„WIR SIND ALLE FUSSGÄNGER“
Die nationale Kampagne „Wir sind alle Fußgänger“, die von den Rentnergewerkschaften SPI CGIL, FNP CISL und UILP UIL gemeinsam mit dem Centro Antartide organisiert wird, kehrt zurück.
Die Ausgabe 2026 mit dem Titel „Jenseits der Barrieren“ befasst sich nicht nur mit Gehwegen und Zebrastreifen, sondern mit der Vision einer menschlicheren Stadt, in der sich niemand ausgeschlossen fühlt.
Die Verkehrssicherheit bleibt in unserem Land ein offenes Wundthema, trotz der jüngsten Änderungen der Straßenverkehrsordnung, die eher auf strenge Strafen als auf Verkehrserziehung setzen. Die Zahlen sollten uns eigentlich zum Nachdenken anregen. Die Daten des ASAPS-Observatoriums (ein italienischer Fachverband für Straßenverkehrssicherheit) zeigen, dass die Situation im Jahr 2025 weiterhin kritisch war: Obwohl im Vergleich zu 2024 (als es 470 Opfer gab) ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, kamen im vergangenen Jahr 434 Fußgänger ums Leben. Das ist ein dramatischer Schnitt: Mehr als ein Todesfall pro Tag.
Fast die Hälfte der Opfer war über 65 Jahre alt, was bestätigt, dass die schwächsten Fußgänger den höchsten Preis zahlen. Auch wenn die Istat-Daten zu den Verletzten noch in der Auswertungsphase sind, bestätigen erste Hochrechnungen Tausende von Notaufnahmen und viele Menschen, die aufgrund von Verkehrsunfällen in der Stadt bleibende Behinderungen davontragen.
Dabei gibt es unsichtbare Barrieren, und die Gefahr der Isolation. Fußgänger zu sein, bedeutet heute allzu oft, sich einem „Hindernislauf“ zu stellen. Wenn wir von Barrieren sprechen, meinen wir nicht nur Stufen oder schmale Gehwege. Es gibt sensorische und kognitive Hindernisse, die viele ältere Menschen davon abhalten, sich auf die Straße zu wagen: Für diejenigen, die Schwierigkeiten beim Sehen, Hören oder der Orientierung haben, wird die Stadt leicht zur Falle.
Die Angst, zu stürzen oder überfahren zu werden, veranlasst viele Menschen dazu, zu Hause zu bleiben. Dieser Verzicht ist eine stille Form der Isolation, die die Gesundheit verschlechtert und das Leben in unseren Stadtvierteln erstickt.
Die Kampagne beschränkt sich nicht darauf, Missstände anzuprangern, sondern will handeln. Aus diesem Grund laden wir euch ein, an der Nationalen Mobilisierung teilzunehmen, die vom 27. bis 29. Mai stattfindet. Wir wollen das Thema Barrierefreiheit auf die Plätze und Straßen unserer Gemeinden bringen.
Der erste konkrete Schritt besteht darin, gefährliche Stellen den zuständigen Behörden zu melden, angefangen bei der Stadtpolizei. Weitere Formen der Sensibilisierung können Treffen mit den Bürgermeistern oder symbolische Aktionen an Zebrastreifen sein, um mehr Schutz zu fordern.
Das Ziel ist einfach: Städte und Wohnquartiere zu schaffen, in denen das Gehen kein Akt des Mutes ist, sondern eine sichere Angelegenheit, die es ermöglicht, anderen zu begegnen und das Leben in der Gemeinschaft in vollen Zügen zu genießen. Sicheres Gehen ist ein Recht für alle. Machen wir gemeinsam einen Schritt nach vorne: Sammeln wir Informationen und melden wir gefährliche Situationen den zuständigen Behörden.
Ebner Alfred
