DAS VERFASSUNGSGERICHT HAT ENTSCHIEDEN.
DIE RENTNER VERLIEREN ERNEUT.
Das Urteil Nr. 52/2026 des Verfassungsgerichts ist gefallen, und es bringt keine guten Nachrichten.
Die Richter haben erklärt, dass der Mechanismus, mit dem die Regierung die Renten in den letzten Jahren neu bewertet hat, rechtmäßig ist. Ende des Urteils. Doch für die Rentner ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende.
Aber worüber sprechen wir eigentlich? Jedes Jahr werden die Renten an die Inflation angepasst. Wenn das Leben teurer wird, sollte auch die Rente steigen. Dieser Mechanismus wird als automatischer Ausgleich bezeichnet und dient genau dazu, zu verhindern, dass Rentner Jahr für Jahr an Kaufkraft verlieren. Das allgemeine Gesetz sieht ein „gestaffeltes“ System vor: Wie bei der Einkommensteuer wird jede Renteneinkommensstufe mit einem anderen Prozentsatz neu bewertet, der nur auf diesen Teil angewendet wird. Die niedrigeren Renten gewinnen mehr, die höheren weniger. Es ist ein progressives System, das einer präzisen Logik folgt.
Mit den Haushaltsgesetzen 2023 und 2024 wurde das „Blocksystem“ eingeführt. Der Unterschied ist auf den ersten Blick technischer Natur. In der Praxis ist es jedoch ein erheblicher finanzieller Unterschied. Beim Blocksystem gilt der reduzierte Prozentsatz nicht nur für den Teil, der die Schwelle überschreitet, sondern für die gesamte Rente. Konkretes Beispiel: Sie beziehen 2.000 Euro Rente, fallen in die Stufe mit gekürzter Aufwertung, und diese Kürzung gilt für die gesamte Rente, nicht nur für den darüber hinausgehenden Betrag. Weniger Geld jeden Monat, Monat für Monat, Jahr für Jahr.
Die Sachverständigen haben dies während des Verfahrens mit genauen Berechnungen belegt: Die Verluste im Laufe der Zeit sind erheblich. Und es gibt einen weiteren, vielleicht noch heimtückischeren Effekt: Die Renten gleichen sich zunehmend an. Wer mehr gearbeitet und mehr Beiträge gezahlt hat, sieht seinen Vorteil gegenüber denen, die weniger geleistet haben, im Laufe der Zeit schwinden. Das System belohnt Gleichförmigkeit, nicht die Beitragsgeschichte.
Das Gericht von Trient hatte die Angelegenheit vor das Verfassungsgericht gebracht. Der Vorwurf war klar: Dieses System verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz, das Recht auf eine der geleisteten Arbeit angemessene Rente und das Recht auf ein würdiges Alter gemäß den Artikeln 3, 36 und 38 der Verfassung. Das Gericht antwortete, dass kein Verstoß vorliege. Wenn die öffentlichen Finanzen in Schwierigkeiten sind, hat der Gesetzgeber Handlungsspielraum. Er kann auch die Neubewertung reduzieren, sofern er dies nicht völlig willkürlich tut.
CGIL, INCA und SPI sind damit nicht einverstanden. Rechtsanwalt Amos Andreoni, der den Fall für das Rechtskollegium INCA betreut hat, sagt es in seinem technischen Vermerk klar und deutlich: Das Urteil schließt ein Verfahren ab, aber es löst kein Problem. Der Punkt ist folgender: Das Gericht hat die Form des Gesetzes beurteilt, nicht seine Auswirkungen im Laufe der Zeit. Und diese Auswirkungen – die realen Verluste, die fortschreitende Abflachung der Renten, die Wiederholung von Ausnahmeregelungen, die eigentlich nur vorübergehend sein sollten – bleiben alle bestehen, dokumentiert und messbar. Neue Klagen, die anders aufgebaut sind, könnten die Frage wieder in den Mittelpunkt rücken.
Auf gewerkschaftlicher und politischer Ebene ist die Priorität klar: Druck auszuüben, damit das nächste Haushaltsgesetz die volle Neubewertung wiederherstellt, ohne Kürzungen und ohne Tricks. Die Inflationsprognosen im Dokument zur öffentlichen Finanzlage sind besorgniserregend: Die Preise werden weiter steigen. Jeder verlorene Anpassungspunkt ist Kaufkraft, die nicht zurückkommt. Für diejenigen, die von ihrer Rente leben, ist das keine abstrakte Angelegenheit. Am meisten verlieren in absoluten Zahlen die mittleren und mittelhohen Renten. Aber das Problem betrifft alle, denn das sich verfestigende System gleicht die Unterschiede aus und benachteiligt diejenigen, die ein Leben lang in die Arbeit investiert haben.
Als CGIL und SPI sind wir aufgerufen, wachsam zu bleiben, den Rentnerinnen und Rentnern zu erklären, was vor sich geht, und bereit zu sein, wenn Mobilisierung erforderlich wird. Renten sind kein Geschenk. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit. Sie zu verteidigen ist unsere Aufgabe.
Ebner Alfred
